Brasilien – Pantanal – Amazonas – Salvador – Rio de Janeiro

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Der große deutsche Schriftsteller Stefan Zweig schrieb: „Europa hat unermesslich mehr Tradition und weniger Zukunft, Brasilien weniger Vergangenheit und mehr Zukunft!“. Dieses Land hat nicht nur große Naturschönheiten zu bieten, sondern lebt vor allem auch von den Ressourcen und großen Talenten der vitalen Menschen und Rassen dieses fünftgrößten Flächenstaates der Erde. Unsere Reise durch dieses faszinierende Land beginnt in Sâo Paulo.

Die gewaltigen Ausmaße dieser Megastadt mit seinen mehr als 20 Millionen Menschen ist beeindruckend. Einen interessanten Besuch bildet das Butantan Institut, das weltweit größte ihrer Art zur Herstellung von Seren und Medikamenten aus Schlangengiften. Dafür unterhält dieses Institut eine riesige Schlangenfarm.

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Weiter geht unsere Reise zum größten Sumpfgebiet der Erde, ins Pantanal. Dieses Biotop ist fürwahr das Serengeti Südamerikas. Hier leben Millionen Kaimane, gewaltige Mengen an verschiedenen Storchenvögeln, unter ihnen der Jabirú, der größte Storch der Welt. Besonders zahlreich sind auch die größten Nagetiere der Erde, die Capivaris. Fischotter und viele Arten von Vögeln und Papageien erfüllen mit ihren Geschrei den Naturraum. Auch der größte Papagei der Welt, der Azul-Ara ist in seiner ganzen Pracht anzutreffen. Sogar Jaguar und die weltweit größte Schlange, die Anakonda, können aufgespürt werden.

Vom Pantanal geht es ins reine Gegenteil, zur Hauptstadt Brasilia. Eine Stadt von berühmten Architekten wie Oscar Niemeyer zwischen 1955 und 1960 aus der Retorte gehoben. Danach  geht es wieder in die Natur – zum größten Regenwald der Erde. Im Amazonasbecken am Rio Negro beziehen wir Quartier in Wohntürmen einer einmalig gelegenen Lodge, der Ariau Amazon Towers Lodge. Diese Lodge mitten im Überschwemmungsgebiet des Dschungels fernab der Zivilisation bringt uns hautnah in Kontakt mit den Geräuschen und Gerüchen des Regenwaldes. Ständige Mitbewohner sind einige Affenfamilien und Aras. Auf unseren Exkursionen sehen wir aus nächster Distanz den Rosa Delfin und lernen den Dschungel als ein riesiges Areal an verschiedensten Arzneipflanzen kennen. Auch der Besuch zweier Dörfer am Ufer des Rio Negros gehört zum Programm.

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Anschließend fahren wir nach Manaus zur größten Dschungelstadt der Welt. Dort besichtigen wir die berühmte von Kautschukmillionären finanzierte Oper und lernen den Flußhafen mit seinen Märkten kennen. Mit einem Boot fahren wir zum Zusammenfluß von Amazonas und Rio Negro. Hier bietet sich uns ein Naturschauspiel besonderer Art.  Bevor sich die Wasser dieser riesigen Flüsse miteinander vermischen, fließt das schwarze Wasser des Rio Negro kilometerweit wie von einem Strich gezogen entlang am gelben Wasser des Amazonas.

Nun fliegen wir in die Hauptstadt der „schwarzen Seele Brasiliens“, nach Salvador. Dort wohnen wir in einer schön gelegenen Posada direkt im weltberühmten Pelourinho-Viertel. Zwischen den restaurierten barocken Wohnhäusern und den prächtigen Kirchen sind die belebten Straßen und Plätze immer wie ein unaufhörliches Fest des Lebens. Wir lernen auch die Unterstadt kennen und unternehmen auf einem Schooner einen Ausflug auf der Allerheiligen Bucht. Schließlich geht es in die Traumstadt, nach Rio de Janeiro. Unter der berühmten Christus Statue und dem Zuckerhut am Strande von Copacabana endet unsere Reise. Wer noch die größten Wasserfälle der Welt sehen will, dem wird ein Zusatzprogramm nach Iguacu geboten.

Überblick Brasilien Rundreise

Tag 1: Flug nach Sao Pâulo
Tag 2: Stadterkundung Sâo Paulo
Tag 3: Sâo Paulo – Besuch des Instituto Butantan
Tag 4: Flug nach Cuiabá und Fahrt ins Pantanal
Tag 5: Pantanal
Tag 6: Pantanal
Tag 7: Flug zur Hauptstadt Brasilia
Tag 8: Brasilia – Stadtbesichtigung
Tag 9: Manaus – Ariau Amazon Towers Lodge
Tag 10: Exkursion im Dschungel
Tag 11: Exkursion im Dschungel
Tag 12: Fahrt nach Manaus
Tag 13: Manaus – Stadtbesichtigung und Bootsfahrt zum Encontro das Aguas
Tag 14: Flug nach Salvador
Tag 15: Salvador – Stadtbesichtigung
Tag 16: Salvador individuell
Tag 17: Flug nach Rio de Janeiro
Tag 18: Stadtbesichtigung Rio de Janeiro
Tag 19: Tag zur freien Verfügung – abends  Rückflug nach Deutschland
Tag 20: Ankunft in Deutschland

Verlängerungsprogramm

19. Tag: Flug zu den Wasserfällen von Iguacu – Besichtigung der brasilianischen Seite
20. Tag: Besichtigung der argentinischen Seite der Fälle
21. Tag: Rückflug nach Rio de Janeiro – Abends Rückflug nach Deutschland
22. Tag: Ankunft in Deutschland

Reiseverlauf im Detail

Tag 1: Flug nach Sao Pâulo

Abends Flug mit Iberia nach Sâo Paulo.

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Tag 2: Stadterkundung Sâo Paulo

Die Megastadt Sao Pâulo empfängt uns frühmorgens. 20 Millionen Menschen leben oder überleben hier. Fährt man inmitten des Zentrums zum Edificio Italia mit dem Lift auf die 43 Stockwerke hohe Aussichtsterrasse und Cafè, dann reicht der Blick über Hochhäuser, die bis an den Horizont grenzen. Kein Berg, kein Strand bietet Orientierung. Wie im Film „Metropolis“ verschwinden die Menschen zu ameisenhafter Winzigkeit. Wenn der Besucher überhaupt von etwas fasziniert ist, dann von den Ausmaßen der Stadt. Auch der berühmte Architekt Oskar Niemeyer hat 1966 in dieser Metropole eine riesige „Wohnmaschine“ gebaut. Ein 38-stöckiger Wohnkomplex mit 1160 Apartments.

Sao Paulo wurde 1534 auf einem Hochbecken ca. 800 m über dem Meeresspiegel von Jesuiten zum Fest der Bekehrung des Apostels Paulus gegründet. Noch im 19. Jahrhundert rasteten  auf dem Praca da Republica Vieh- und Lasttierherden. Schnell wuchs die Stadt Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Industriemetropole heran. Um 1900 kamen viele  Migranten aus Italien, Deutschland, Japan, Armenien, Griechenland,  Litauen, der Ukraine und Arabien. Mit Beginn der industriellen Revolution der 1920-iger Jahre kamen auch verstärkt verarmte Bevölkerungsschichten aus dem Nordosten Brasiliens. Die Landflucht führte aber zu einer Marginalisierung dieser mittellosen Menschen. Sie errichteten notdürftige Favelas um das Stadtzentrum herum und blieben zumeist arm. Das riesige Ballungszentrum in und um Sâo Paulo wuchs und wuchs. Viele Industriefirmen, insbesondere auch viele deutsche Unternehmer kamen in die Region. Seit den 50-iger Jahren siedelten sich ca. 800 deutsche Konzerne und Firmen an. Darunter besonders VW, Mercedes und Firmen der Chemie. Ein wahrer deutscher Gigant ist mit 12.000 Arbeitern und Angestellten Siemens. 55% der Industrieproduktion ganz Brasiliens ist in Sâo Paulo konzentriert. Multi Kulti ist Ausdruck aller Hautfarbe und Kultur. Die Reichen treffen sich auf der  Avenida Paulista. Italiener sind in Bela Vista ansässig. Die Deutschen wohnen im Stadtteil Brooklin und Santa Amaro. Die ärmsten der Armen sind Stadtteile wie Friedhöfe für Lebendige: Keiner will rein, keiner kann raus, da mittellos. Sâo Paulo hat Kontraste, die von einem Menschenhirn kaum zu begreifen sind. Inklusive Frühstück.

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Tag 3: Sâo Paulo – Besuch des Instituto Butantan

Das Instituto Butantan in Sao Paulo ist die weltweit größte Einrichtung für die Erforschung von Schlangengiften zur Herstellung von Seren zur Behandlung und Rettung menschlichen Lebens nach Schlangenbissen. Dafür besitzt das Institut eine Schlangenfarm mit Hunderten der verschiedensten Giftschlangen Mittel- und Südamerikas. Darüber hinaus hält das Institut auch Giftschlangen aus Afrika und Indien. Da es weltweit tausendfach zu Unfällen mit lebensbedrohlichen Bissen durch Giftschlangen kommt, forscht und entwickelt das Institut nicht nur Seren für den amerikanischen Kontinent, sondern insbesondere auch für den  afrikanischen und asiatischen Raum. Die Giftgewinnung erfolgt über ein sogenanntes Melken der Schlangen. Außerdem verfügt das Butantan Institut auch über andere giftige Bewohner unserer Erde wie Skorpione und Spinnen, die ebenfalls wie Schlangen im Verlaufe der Evolution Giftstoffe innerhalb ihres Organismus produzieren, um damit Beutetiere zu lähmen und zu töten, um an Nahrung zu gelangen. Mit ca. 54.000  Exemplaren  unterhält das Institut eine der größten Schlangensammlungen der Welt.

Eine wichtige Aufgabe des Institutes dient aber auch der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten auf der Basis von Schlangengiften zur Behandlung von Herz- und Kreislauf- erkrankungen. So werden beispielsweise bestimmte Wirkstoffe aus Schlangengiften isoliert, um sogenannte ACE-Hemmer zur Senkung des Blutdruckes herzustellen. Ebenso wurden schmerzstillende Medikamente auf der Grundlage von Schlangengiften produziert und Medikamente zur Herstellung zur Blutverdünnung gewonnen. Das Butantan-Institut unterstützt die Pharma-Industrie aber auch zur Herstellung von Impfstoffen gegen ansteckende Krankheiten wie Tollwut, Leberentzündung, Botulismus, Tetanus, Diphtherie, Tuberkulose, etc. 2001 produzierte das Institut 110 Millionen Ampullen mit Impfstoffen und 300 000 Fläschchen mit Hyperimmune-Seren.

Das Institut wurde 1901 vom brasilianischen Arzt und biomedizinischen Wissenschaftler Vital Brasil gegründet. Die Gründung des Schlangeninstituts Butantan hatte zunächst nichts mit Giftschlangen zu tun. Es war vielmehr das Auftauchen der Pest in der Hafenstadt Santos, das die brasilianischen Gesundheitsbehörden zum Handeln zwang. Das Institut Pasteur in Paris kam mit der Produktion des damals üblichen Anti-Pest-Serums nicht nach, daher versuchte Brasilien selbst für dessen Produktion zu sorgen. Im Laufe der ersten Jahrzehnte seines Bestehens produzierte das Butantan bald auch Impfstoffe gegen diverse Krankheiten. Zum Beispiel gegen Tuberkulose, Keuchhusten, Cholera, Tetanus und Diphtherie. Auch heute noch stellt das Butantan alle nötigen Impfstoffe für die Versorgung der brasilianischen Bevölkerung her. Seit seines Bestehens wirbt das Instituto Butantan zudem in der brasilianischen Bevölkerung dafür, Schlangen zu schützen, statt willkürlich zu töten und widmet sich so in starkem Maße der Umwelterziehung der Bevölkerung. Die Gebäude des Butantan-Institutes befinden sich in einem großen Park des Universitätsviertels am Ufer des Rio Pinheiros an der südwestlichen Innenstadt von Sâo Paulo. Nach Besichtigung des Butantan-Institutes Rückfahrt ins Zentrum und Zeit zur freien Verfügung. Inklusive Frühstück.

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Tag 4: Flug nach Cuiabá und Fahrt ins Pantanal

Der Pantanal ist das größte Sumpfgebiet der Erde. Dieses große Feuchtgebiet befindet sich am Länderdreieck zwischen Brasilien, Bolivien und Paraguay. Der größte Teil dieses einzigartigen Naturparadieses gehört zu Brasilien. Mit ca. 230.000 km² ist der Pantanal so groß wie Rumänien. Das portugiesische Wort – pântano – bedeutet so viel wie Sumpf oder Morast. Von November bis April ist der Pantanal größtenteils überschwemmt. Dabei regnet es nicht übermäßig im Pantanal selbst, sondern vielmehr führt der Rio Paraguay während der Regenzeit viel Wasser mit sich. Der Pantanal liegt nur noch 95 m über dem Meeresspiegel. In diesem riesigen beckenartigen Sumpf fließt während der Regenzeit aus dem  zentralen Hochland von Brasilien mehr Wasser in das Feuchtgebiet ein, als es imstande ist über dem Rio Paraguay abzufließen. Deswegen staut sich das Wasser von November bis April, so dass dann der Pantanal fast nur noch mit Booten befahren werden kann. Ein wichtiges Tor zur Einreise in den Pantanal bildet die Stadt Cuiabá. Diese 435 000 Einwohner zählende Hauptstadt ist das Verwaltungszentrum des Bundesstaates Mato Grosso. Von hier gelangen wir mit dem Bus auf der Transpantaneira, einer aus künstlichen Dämmen mit vielen einfachen Holzbrücken versehenen Piste,  zur Lodge. Schon auf dieser Strecke sieht man oft zahlreiche Kaimane über dem Weg kriechen und erblickt viele Vögel in den Kronen einzeln stehender Bäume. Ab und an sitzen Greifvögel auf den Pfosten einzelner Fazendas. Inklusive Frühstück und Abendessen.

Tag 5: Pantanal

Als vor 200 Millionen Jahren der riesige Urkontinent Gondwana durch gewaltige Vulkanaktivitäten auseinanderbrach, spaltete sich auch das heutige Südamerika von Afrika ab. Nach und nach entstand der Atlantik. Dort, wo sich heute das Amazonasbecken und der Pantanal befindet, lag zunächst eine riesige Meeresbucht. Vor ca. 70 Millionen Jahren begannen sich die Anden aufzufalten. Auch das Land östlich der Anden hob sich ein wenig. Dadurch entstand ein riesiges Binnenmeer. Da sich von den Anden und von der zentralen Hochebene Brasiliens große Flüsse in dieses Binnenmeer ergossen, entstand nach und nach aus dem salzhaltigen Binnenmeer ein Süßwasser See und durch weitere Verlandung bildete sich das Amazonasbecken und der Pantanal. Einige Tiere wie Delfine, Rochen und zahlreiche Fische, die zuvor im Salzwasser gelebt hatten, paßten sich dem Süßwasser an und überlebten. Auch zahlreiche andere Tierarten fanden durch die Evolution ihre Überlebensnischen und vermehrten sich. Vor allem Kaimane und andere Reptilien sowie besonders viele Vögel eroberten diesen Biotop mit vielen Individuen. In diesem flachen, fast immer warmen Feuchtgebiet unterscheiden wir vier verschiedene Jahreszeiten:

Enchente („die Fülle“ – Oktober bis Dezember): Dann beginnt die Regenzeit und der rötliche Boden wird von sattem, grünen Gras bedeckt. Jetzt beginnen viele Pflanzen zu blühen. Die vom zentralen Hochland Brasiliens kommenden Flüsse insbesondere der Rio Paraguay treten über die Ufer und ein großer Teil des Pantanals wird überschwemmt.

Cheia („die Flut“-Januar bis März): Während der Regenzeit im Sommer Südamerikas kommt es zu weiteren Überflutungen, so dass man jetzt fast nur noch mit dem Boot in den Pantanal gelangen kann. Lagunen werden nun über Gräben und Kanäle zu einem einzigen großen See verbunden. Einzelne Inseln ragen aus diesen Seen heraus.

Vazante („der Abfluss“ – April bis Juni): Die Regenzeit im zentralen Hochland ist zu Ende gegangen. Aber das Wasser des Pantanals weicht bei den geringen Höhenunterschieden nur sehr langsam aus dem  Pantanal.

Seca („Trockenzeit“ – Juli bis September): Während der Trockenzeit fließt das Wasser immer weiter ab und nun entstehen zusammenhängende Landbrücken zwischen Inseln und Wegen. Die Lagunen schrumpfen bis auf kleine Tümpel zusammen, so daß die Fische darin gefangen sind und viele Vögel, Kaimane und Capivaris sich an und in diesen Tümpeln zusammendrängen und reiche Beute machen. So sieht man ein Schauspiel verschiedener Tierarten auf engstem Fleck. Das ist wohl die beste und schönste Jahreszeit, um ins Pantanal zu kommen.

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Während der Regenzeit müssen Millionen  Rinder, die während der Trockenzeit auf den ausladenden Graslandschaften weiden von den Gauchos in trockener gelegene Gebiete getrieben werden. Dabei kommen diese Gauchos oft aus Argentinien herüber, um sich in Brasilien ein Zubrot zu verdienen. Abends sitzen sie dann an ihren Lagerfeuern, braten an Spießen saftige Rindersteaks und singen zur Gitarre traurige Lieder über ihren Alltag. Dabei wird in großen Mengen Rotwein getrunken und die immer wieder einförmige Melodie tausendfach wiederholt bis das Feuer langsam erlischt und die geeignete Bettschwere erreicht ist.  Exkursion mit Boot und Bus zur Tierbeobachtung in die unmittelbare Umgebung der Lodge. Inklusive Frühstück, Mittagessen und Abendessen.

Tag 6: Pantanal

Das Pantanal stellt eine Art Arche Noah Südamerikas dar. Die Ursache für den Artenreichtum liegt in der Massenmigration vieler Tierarten aus den benachbarten Regionen, die hier besonders gute Lebensbedingungen vorfanden. Während der Trockenzeit sind diese Tiere besonders gut zu beobachten, weil sich all diese Tiere dann auf die einzelnen Wasserstellen, Tümpel, verbliebenen Seen  und Wasserläufe  zurückziehen müssen. Das sind Konzentrationspunkte, die es dem Besucher erlauben, eine große Anzahl von Tieren anzutreffen. Im Pantanal können 665 verschiedene Vogelarten beobachtet werden. Darunter z.B. den größten Papagei der Welt, den Hyazinth-Ara oder den Jabirú, den größten Storch der Erde. Außerordentlich zahlreich sind die Kaimane. Man schätzt, dass im Pantanal ca. 35 Millionen Kaimane leben. Ein besonderes Erlebnis sind auch die größten Nagetiere der Welt, die Capivaris, die man fälschlicherweise als Wasserschweine bezeichnet. Unter den Reptilien findet sich auch die wasserliebende Sucuri (Anakonda), die bis zu 10 m lange und größte Schlange der Welt. Unzählige Fischarten leben in den Gewässern, darunter auch der Piranha. Große Ansammlungen von Schmetterlingen mit über tausend verschiedenen Arten lassen sich mit ihren farbenprächtigen Flügeln bestaunen.

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Capivari – das größte Nagetier der Welt. Bei einer Morgenwanderung gehen wir heute auf Vogelpirsch und können in den Seen und Wasserstellen die oft scheuen Capivaris erleben. Tagsüber fahren wir mit Booten oder offenen Fahrzeugen für weitere interessante  Erkundungen in dieses einmalige Biotop. Dabei kann man häufig in den riesigen ausladenden Kronen der Aoeira-Baüme ganze Kolonien roter und weißer Ibisse sehen. Sehr gern fressen die Papageien und Sittiche die Früchte dieser großen Bäume. Entlang der Flußläufe wächst die bis 25 m hohe Buruti-Palme. Auf den Gewässern ist der Schwimmrasen der Wasserhyazinthe charakteristisch. Mit einigem Glück kann man auch die „Victoria Regia“ finden. Sie ist die größte Pflanze unter den Wasserrosen, die über einen Meter große Schwimmblätter ausbilden. Schließlich überstrahlen die Sonnenauf- und Untergänge wie eine Sinfonie alle Farbnuancen am Himmelsgewölbe. Ein eindrucksvolles Erlebnis inmitten einer einmaligen Natur. Inklusive Frühstück, Mittagessen und Abendessen.

Tag 7: Flug zur Hauptstadt Brasilia

Von der Mitte dieser Hochebene, aus dieser Einsamkeit, die bald das Gehirn der nationalen Entscheidungen sein wird, werfe ich den Blick in die Zukunft des Landes und sehe die Morgenröte leuchten!“  Mit diesen pathetischen Worten verkündete am 21. April 1960 der ehemalige Präsident Juscelino Kubitschek mit der Gründung einer neuen Hauptstadt den Beginn einer neuen Zeitrechnung der potentiellen Weltmacht Brasilien.

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Auf einer trockenen, savannenartigen, riesigen Hochebene, dem – Planalto –, sollte die Stadt errichtet werden. In nur vier Jahren wurde dieses Vorhaben verwirklicht. So entstand Brasilia zwischen 1956 und 1960 buchstäblich aus der Retorte und löste 1960 Rio de Janeiro als Hauptstadt ab. Damals hatten in nur 1000 Tagen ganze Bauarbeiter-Heere die neue Hauptstadt Brasilia buchstäblich aus der roten Erde des Planalto gestampft.  Wo zuvor nichts zu finden war, als eine endlose, dürre Hochebene auf einem durchschnittlichen Niveau von 1100 m über dem Meeresspiegel gelegen, erwuchs das mit gigantischen Schritten und Ausmaßen, was wir die Moderne nennen. Star-Architekten wie Oscar Niemeyer, Burle Max und Lucio Costa sahen ihre einmalige Chance, mit  kühnen Ideen in die Geschichte des Landes einzugehen. Die Zauberwörter der Moderne hießen „Stahl“ und „Beton“. Hier konnten sie Visionen verwirklichen, von denen andere Architekten nur träumten. Geld spielte keine Rolle. Über 30 000 Bauarbeiter, meist ehemalige Tagelöhner und Obdachlose  aus  den  Hungergebieten  des  Nordostens fanden auf dieser Riesenbaustelle zeitweilig Lohn und Brot. Inklusive Frühstück.

Tag 8: Brasilia – Stadtbesichtigung

Die Idee war schon früher geboren und in der ersten Verfassung des Landes von 1889 festgeschrieben worden, dass Brasilia, die künftige Hauptstadt der Nation, irgendwo im „Planalto Central“, der Hochebene im Hinterland zwischen Minas Gerais und dem Bundesstaat Goiás über 850 km Luftlinie landeinwärts von der alten Hauptstadt Rio de Janeiro entfernt, irgendwann zu bauen sei. Aber Papier ist geduldig. Zwar wurde schon 1922 ein Grundstein gelegt, aber erst mit dem Präsidenten Juscelino Kubitschek wurde es ernst. „Im Land ohne Menschen“-  im gewaltigen Plateau des zentralen Hochlandes begannen fast über Nacht Bagger und Zementsilos zu arbeiten. Von innen her sollte das Riesenland künftig regiert und auf Weltniveau gehoben werden.

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Eine Stadtmaschine, entworfen nach dem Grundriß eines gigantischen Flugzeuges. Als Pilotenkanzel der Nationalkongreß mit Abgeordnetenhaus und Senat, in der ersten Klasse aufgereiht an der Eixo Monumental Leste, dem Rumpf des Flugzeuges, die Ministerien. Ebenfalls zum Flugzeugrumpf gehörig die Kathedrale von Oscar Niemeyer als sakrales  Gleichnis des Fortschritts und Seelenlebens in dieser Ebene aus Beton. Viele halten den Komplex des Kongreßgebäudes für Niemeyers Meisterwerk mit der flachen Kuppel zur linken des geteilten Büroturmes, wo der Senat tagt,- und der fliegenden Untertasse zur rechten, wo die Abgeordneten debattieren.

Vielleicht ist aber doch die Kathedrale das gelungenste Bauwerk dieser Stadt. Beton und Glas, lichtdurchflutet, und durchscheinend zur Form einer Christuskrone sich erhebend ist es ein einnehmendes Rund mit einer Flüstergalerie und schwebenden Engeln unter den Glasflächen. Diese Catedral Metropolitana wirkt surrealistisch in all der zweckdienlichen Mathematik der Bauten.  Bauten, die sich fortsetzen in den Flügeln der Asa Norte und Asa Sul,- auch als Eixo Rodoviário Norte und Eixo Rodoviário Sul, den Autoachsen Nord und Süd bezeichnet-, wo sich die Wohnungen der Minister, Beamten und Angestellten, die Hotels und Supermärkte, Krankenhäuser und Restaurants befinden.

Wir besichtigen den Komplex der Regierungsbauten mit Nationalkongreß und Abgeordnetenhaus, den Praca dos Tres Poderes, den Platz der drei Gewalten mit dem Amtssitz des Staatspräsidenten sowie dem Supremo Tribunal Federal, dem obersten Bundesgericht; ferner die Kathedrale und die wegen ihrer farbigen Innenverglasung interessante Don Bosco Kirche. Inklusive Frühstück.

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Tag 9: Manaus – Ariau Amazon Towers Lodge

Vom Flugplatz in Manaus geht es zum Rio Negro. Vom Hafen fahren wir mit dem Boot knapp fünfzig Kilometer den Rio Negro flußaufwärts zur Ariau Amazon Towers Lodge. Diese Lodge liegt an der Mündung des Rio Ariau in den Rio Negro. Auch Manaus liegt nicht direkt am Amazonas, sondern am Rio Negro. Schwarzwasserflüsse wie der Rio Negro enthalten Huminsäuren. Dadurch entsteht ein anderer Brechungsindex des Lichtes, so dass  das  Wasser    solcher  Flüsse schwarz wirkt.  Das  saubere Wasser erscheint  uns nur schwarz.  Die Huminsäuren in diesen Flüssen bewirken, dass sich die Larven der Moskitos nicht in diesen Gewässern entwickeln können. Deshalb sind Orte mit Schwarzwasserflüssen im Dschungel fast moskitofrei. Darum haben die Portugiesen auch Manaus nicht am Amazonas, sondern am Rio Negro gegründet. Die Lodge ist in ihrer Art einmalig im Amazonasbecken. Die Zimmer der Gäste befinden sich in Wohntürmen, die über Stege miteinander verbunden sind. Auch die Restaurants und Bars, und sogar die Schwimmbecken sind in luftiger Höhe zwischen den Baumkronen angeordnet und miteinander verbunden. Die Stege sind  in verschiedenen Höhen von  6 m und 8 m angeordnet. Es existieren besondere Beobachtungstürme für die Vogelwelt. Tiere muß man nicht wie auf den Exkursionen im Dschungel erst lange suchen.

Die Spinnenaffen und Wollaffen leben mitten unter den Touristen auf den Stegen und den Plätzen vor den Restaurants und Bars. In dieser Lodge gelten deshalb auch besondere Verhaltensregeln im Umgang mit den Tieren bzw. auch den zahlreichen Papageien und Aras. Da insbesondere die Affen ihre Scheu vor den Menschen völlig verloren haben, ist es verboten, die Affen in die Zimmer und Restaurants zu lassen und ihnen  Nahrungsmittel zu geben. Auch muß man mit den Getränken außerhalb des Restaurants und der Zimmer vorsichtig sein, da sich die Affen diese nicht selten von selbst nehmen. Das Erlebnis mit diesen Tieren, die immer vor Ort sind, ist beeindruckend und teilweise auch lustig. Es existiert hier sogar eine Sternwarte und ein besonderer Aussichtsturm zur Beobachtung der Vogelwelt.

Diese Lodge in den Baumkronen ist ein idealer Ort, um in engen Kontakt mit dem Regenwald zu kommen. Selten kann man Tiere so ungestört wie hier zu jeder Tages- und Nachtzeit am Boden, im Wasser und in den Baumkronen  beobachten. Man steht wirklich hautnah mit Pflanzen und Tieren mit Gerüchen und Geräuschen des tropischen Regenwaldes in Beziehung als sei man  selbst ein Teil des Regenwaldes. „Der Mensch muß das Gute und Große wollen“, schrieb Alexander von Humboldt. Kann man in diesem Zusammenhang daran denken, dass nicht die Tiere Eindringlinge und Zerstörer dieser großen Natur sind, sondern – der Mensch? Inklusive Frühstück, Mittagessen und Abendessen.

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Tag 10: Exkursion im Dschungel

Während der Exkursionen lernen wir den Urwald als ein riesiges Arsenal verschiedenster Heil- und Nutzpflanzen kennen. Auch Schmetterlingsarten wie z.B. der kobaltblauen Morpho und Vögel wie den Guacamayo-Papagei, die roten Aras, Webervögel, Amazonen, Schlangenhalsvogel oder das Hoazin-Huhn lassen sich entdecken. Zahlreich sind Eisvögel und verschiedene Arten von Reihern. Tapire und Agutis (Nagetiere) sind scheu und nachtaktiv. Schlangen sind ebenfalls nachtaktiv und tagsüber selten zu sehen. Hin und wieder kann man Faultiere im Geäst entdecken. Im Rio Ariau leben viele Kaimane. Der Amazonas und die Nebenflüsse sind besonders fischreich. Berüchtigt sind z. B. die Piranhas, die dem Menschen aber nicht gefährlich werden, wenn man keine offenen Wunden hat. Im Fluß lebt auch der größte Süßwasserfisch der Welt. Die Brasilianer nennen den drei Meter langen Wels Peixe, der es auf ein Gewicht von 150 kg bringt. Die Exkursion durch den Dschungel erfolgt mit dem Boot und zu Fuß.Inklusive Frühstück, Mittagessen und Abendessen.

Tag 11: Exkursion im Dschungel

Der Amazonas ist nicht nur der längste Fluß der Erde, sondern bildet mit seinen zahlreichen Nebenfüssen auch das größte Süßwasserreservoir der Welt. Mit dem Boot und zu Fuß geht es auf eine erneute Exkursion in den riesigen Regenwald, dessen wichtigste Straßen die vielen großen und kleinen Flüsse mit dem Amazonas und dem Rio Negro bilden. Regelmäßig werden große Teile des Dschungels von den Wassermassen, die während der Regenzeit vom Oktober bis März von den Anden kommen, überflutet. Die Jahreszeiten unterteilt man deshalb nur in Hoch- und Niedrigwasser. Dabei schwankt der Wasserstand insbesondere des Amazonas um 14 Meter. Bei Hochwasser ragen nur noch die Baumkronen  aus dem Wasser. Flora und Fauna sind an diese wechselnden Wasserstände vollkommen angepaßt. Auch die Uferbewohner sind darauf eingestellt und bauen ihre Hütten auf Stelzen. Das Boot  ist  das wichtigste Verkehrsmittel im Regenwald. Zieht sich das Wasser wieder zurück, hinterläßt der Fluß  fruchtbare Uferstreifen, wo man  sogar  Reis anbauen kann. Inklusive Frühstück, Mittagessen und Abendessen.

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Tag 12: Fahrt nach Manaus

Mit dem Boot geht es in etwa zweistündiger Fahrt nach Manaus.  Wo der Besucher ankommt, das ist für den ausländischen Touristen oder wohlhabenden Brasilianer zumeist der Aeroporto Internacional, „Eduardo Gomes“, und für die Masse der Armen oder der normalen Bewohner des Staates Amazonas der Porto Flutuante, der Passagierhafen, wo die klassischen Amazonasschiffe an den Pontonkais liegen, –  dort, wo junge Männer mit vor Schweiß glänzenden nackten Oberkörpern Pyramiden von Cola-Kästen oder Brahmabier auf die Schiffe über schwankende Bohlen schleppen, –gefolgt von einer nicht enden wollenden Anzahl an Trägern, die alle möglichen Waren auf ihren Schultern transportieren: Säcke, Kartons, Kisten, Besenbündel, Radios, Fernsehapparate, Möbelstücke, Werkzeuge …. Alles, was der Mensch zu seinem mehr oder weniger komfortablen Dasein braucht,  gelangt auf diese mehrstöckigen Holzschiffe, die wie große behäbige Tanten das ganze chaotisch anmutende Treiben geduldig ertragen.

Der Hafen mit den Pontonkais, die sich je nach Hoch- oder Niedrigwasserstand bis zu 14 Metern im Jahr heben oder senken, dieser Ort ist ein lebendiger, offener Umschlagplatz für Menschen und Waren, bevor es stromaufwärts oder abwärts über mehrere Tage dem entfernten Dschungelziel entgegen geht. Viele Passagiere schaukeln schon mit Kind und Kegel in den mitgebrachten oder geliehenen Hängematten auf dem ersten oder zweiten Deck, oder stehen aufgereiht wie bunte Hühner an der hölzernen Reling, gestikulieren und winken den zurückbleibenden Verwandten und Freunden zu. Hier in diesem Hafenbereich direkt unterhalb der Markthalle scheint Manaus am interessantesten.

Die gußeiserne Markthalle  –  Mercado Municipal  –  ist eine Kopie des Pariser Modells aus dem  19. Jahrhundert von Gustave Eiffel entworfen.  Die Engländer fertigten die Pontons des Hafens am Porto Flutuante.  Diese  Pontons ziehen sich stromaufwärts bis zum Containerhafen, wo auch die Kreuzfahrtschiffe anlegen und wo das  1906 ebenfalls von Engländern errichtete Zollhaus Alfándega steht. Aus einem  rostigen Zehntausendtonner werden unzählige rote Container mit der weißen Aufschrift „Hamburg“ entladen. Manaus ist eine Freihandelszone mitten im Amazonasbecken. Erste Übernachtung in Manaus. Inklusive Frühstück.

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Tag 13: Manaus – Stadtbesichtigung und Bootsfahrt zum Encontro das Aguas

Manaus, eine Stadt, die ein berühmtes Theater besitzt und die selbst ein Theater ist, das jeden Tag eine heiße, quirlige Vorstellung von Menschen unterschiedlichster Couleur und Hautfarbe zu bieten hat,- eine bunte, vitale Mischung der Rassen, die am Rio Negro ihr Ein- und Auskommen zu finden versuchen.  Der Rio Negro ist bei Manaus fast vier Kilometer breit. Ein Schwarzwasserfluß von gewaltigem Ausmaß, der durch den grünen Dschungel mäandert.  Erst am Encontro das Aguas,  wo sich   die  Wassermassen  des  Rio Negro  mit denen  des lehmgelben  Rio Solimôes  treffen,-  erst ab hier nennen die Brasilianer den weiteren Verlauf des Stromes bis Belém und Macapá  Amazonas. Der Amazonas ist ein legendärer Fluß, dazu der wasserreichste und längste Strom der Welt. Als die Portugiesen im 17. Jahrhundert am Zusammenfluß von Amazonas und Rio Negro anlangten, fragten sie die Einheimischen wie der Fluß heiße. Die Eingeborenen antworteten Solimôes, was so viel wie – ich weiß nicht – bedeutete. Die Portugiesen verstanden die Indianersprache nicht und bezeichneten den Teil des Amazonas als „Solimôes“, der am Zusammenfluß von Rio Negro und Amazonas weiter stromaufwärts in Richtung Peru führt. Der Amazonas ist ein sogenannter Weißwasserfluß. Obwohl dieser mächtige Fluß nicht weiß aussieht, sondern eher gelb. Das liegt an den lehmigen Schwemmsanden, die der Fluß in großen Mengen transportiert. Am Zusammenfluß von Solimôes und Rio Negro fließen das schwarze Wasser und das gelbe Wasser kilometerlang wie mit einer Linie gezogen nebeneinander, bevor sie sich vermischen.

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Fährt man vom Flußhafen durch die Stadt, so erscheint plötzlich inmitten eintöniger Betonhäuser schon etwas abseits vom Hafen der Palácio Rio Negro. Diese riesige Villa des deutschen Kautschukbarons Waldemar Scholtz ist schon ein „Schloß in Manaus“. Heute beherbergt das Haus ein Kulturzentrum. Die erste elektrische Straßenbahn der Welt verkehrt schon längst nicht mehr. Waldemar Scholtz hat sie noch gesehen und ist mit dieser technischen Errungenschaft bis zum Hafen gefahren.

Als er sich diese Prunkvilla Anfang des 20. Jahrhunderts erbauen ließ, gehörte er noch zu den reichsten Männern Brasiliens. Da ahnte er noch nichts vom bevorstehenden Niedergang des Kautschukpreises, ein Verfall, der schon 1908 einsetzte, nachdem es einem Engländer gelungen war, das strengstens überwachte Ausfuhrverbot der Samen des Kautschukbaumes zu unterlaufen. Er hatte Samen in einem ausgestopften Kaiman versteckt. Diese gelangten in die englischen Kolonien nach Asien. Dort wuchsen nun aus den brasilianischen Samen die Kautschukbäume in Reih und Glied auf Plantagen heran, während man in Brasilien den Kautschuk von den überall in den Weiten des Dschungels verstreuten Kautschukbäumen sammeln mußte.

Fast so schnell verging der Reichtum der Kautschukbarone, wie er gekommen war.  So reich waren sie einst, dass sie ihre Wäsche im weit entfernten Portugal waschen ließen, weil ihnen die Wasser des Rio Negro nicht sauber genug erschienen. Waldemar Scholtz jedenfalls verließ mit vielen Schulden sein tropisches Paradies in Richtung Deutschland. Zurück blieb seine barocke Villa. Zurück blieb auch das Teatro Amazonas (1884-1896), das prunkvolle Opernhaus der Kautschukmillionäre im Dschungel. Heute mit Klimaanlage versehen, mehr ein vielbestaunter Bau für Touristen als ein vielbesuchter Ort der Bevölkerung, die trotz billigster Eintrittspreise lieber Samba, Bolero und  Salsa tanzen geht oder  eine Diskothek aufsucht,  als sich  eine Oper aus dem Europa  des 18. oder 19. Jahrhunderts anzusehen. Zweite Übernachtung in Manaus. Inklusive Frühstück.

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Tag 14: Flug nach Salvador

Nach Ankunft in Salvador Fahrt zum Hotel. Nach dem Einchecken Freizeit. Der Reiseleiter geht mit der Gruppe mitten ins pulsierende Herz von Salvador zum Pelourinho-Viertel. Beim zwanglosen Gang durch die wieder aufgemöbelten barocken Kolonialbauten des Pelourinho-Viertels kommt man schnell in Kontakt mit den Reizen des vitalen afrobrasilianischen Lebens. Brasilien hat an sich schon Menschen mit temperamentvollen, tanzfreudigen Musikenthusiasten. Aber die rhythmischste Musik, die freudigsten Tänze und die ausdrucksstärkste Körpersprache des ganzen Landes erlebt man im Bundesstaat Bahia. Wir bummeln durch das quirlige Treiben des Pelourinho und landen in einem typischen Restaurant. Hier lassen wir es mit einem Caipirinha angehen und probieren ein typisches Gericht der Region. Das könnte beispielsweise Moqueca sein: ein Eintopf aus Fisch de peixe oder aus Fisch de bacalhau angemacht mit Kokosmilch, Palmöl, Koriander, Petersilie,  Tomaten,  rotem  Paprika,  Knoblauch, Salz und Zwiebeln.  Dazu werden Reis und Pimienta, eine scharfe Würzsauce gereicht. Bom apetite! Inklusive Frühstück.

Tag 15: Salvador – Stadtbesichtigung

Sâo Salvador da Bahia de Todos os Santos  –  „Stadt  des  Erlösers  an   der Allerheiligenbucht“ nannte Amerigo Vespucci die große Bucht, die er am 1. November 1503 entdeckte: Von einer Stadt konnte 1503 aber noch keine Rede sein. Hier siedelten bis zur Eroberung der Europäer Einheimische der Tupi vom Stamm der Tupinambás. Am 29. März 1549 landete der Portugiese Tomé de Souza mit seiner Flotte und 1000 Gefolgsleuten in der Bucht. Er wurde erster Generalgouverneur, mit ihm wurde Salvador von 1549 bis 1763 die Hauptstadt der damaligen Kolonie Brasilien. Wo heute der Leuchtturm Farol de Barra steht, ließ Souza an der Einfahrt zur Allerheiligenbucht die erste Festung zur Verteidigung der Stadt erbauen. 1623 wurde in der Bucht die zweite Festung mit dem Namen Forte Sâo Marcelo errichtet.

Salvadors zwei Gesichter sind die Cidade  Alta und die Cidade Baixa – die Ober- und Unterstadt. Die Oberstadt liegt auf einer felsigen Landzunge. In der Oberstadt befindet sich das von der UNESCO zum Kulturerbe der Menschheit erklärte weltberühmte Pelourinho-Viertel mit vielen barocken Kolonialbauten, Kirchen, Museen und alten Regierungspalästen. In der Unterstadt liegt der Hafen mit dem Forte de Sâo Marcelo, dem Marktgebäude Mercado Modelo, dem Geschäftszentrum mit Handelshäusern und Bürotürmen. Unter- und Oberstadt sind mit dem berühmten Aufzug Elevador Lacerda verbunden.

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Salvador ist die Hauptstadt der schwarzen Seele Brasiliens. 70% der 2,7 Millionen Einwohner Salvadors sind Afrobrasilianer.  Über 5 Millionen Afrikaner wurden zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert nach Brasilien verschleppt. Salvador war der Sklavenmarkt. Die Schwarzen mußten Schwerstarbeit auf den Plantagen leisten. Keine zehn Jahre hielt das ein Sklave im Duchschnitt aus. Die portugiesischen Großgrundbesitzer brauchten besonders für ihre Zuckerrohr- und  Kaffeeplantagen in großer Anzahl billige Arbeitskräfte. Für diese schwere Feldarbeit waren die einheimischen Indianer wenig geeignet. Außerdem sprachen sich die Jesuiten gegen die Versklavung der Indianer aus.

Das heute weltberühmte Pelourinho-Viertel in der Cidade Alta, der Oberstadt, war einst Wohnort der reichen Kolonialherren. Seinen Namen erhielt es von einem Strafpranger, dem Pelourinho, an dem Sklaven ausgepeitscht wurden. Rund um den Largo do Pelourinho entstanden prächtige barocke Wohnhäuser. Die wohlhabenden Missionsorden der Jesuiten, Franziskaner, Karmeliter und Benediktiner errichteten prunkvolle Kirchen und Klöster.

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Als sich Ende des 18. Jahrhunderts Pest und Gelbfieber in den schmalen Gassen ausbreiteten, zogen die reichen Familien in südlichere Vororte. Das Pelourinho wurde nun Wohnquartier der  Handwerker, Händler und Arbeiter und war auch die Adresse von Bordellen und Kneipen. Nach dem Ende der Sklaverei 1888 wurde das Pelourinho mehr und mehr zum Zentrum der afrobrasilianischen Kultur.

Die Bewahrung der religiösen afrikanischen Bräuche und der von den Portugiesen aufgezwungene Katholizismus führte zu einer Verschmelzung beider Religionen. Dies drückt sich zum Beispiel in den Condomblé-Sitzungen aus. Zwischen 1704 und 1781 bauten sich Sklaven und Freigelassene ihre eigene Kirche. Die am Largo do Pelourinho stehende blauangestrichene, barocke Kirche gehört zu den schönsten Bauwerken Salvadors.

Nachdem die UNESCO 1985 das Pelourinho-Viertel zum Kulturerbe der Menschheit erklärt hatte, begannen während der 80-iger und 90-iger Jahre mit Mitteln der UNESCO, der Weltbank und Deutschlands umfangreiche Sanierungsarbeiten der barocken Altstadt. Seitdem ist das Pelourinho der vitalste und lebensbejahenste Ort Brasiliens. Vor allem schlägt hier das Herz der brasilianischen Musik. Rio de Janeiro besticht durch seine einmalige Naturlage, aber Salvador ist ein alltägliches Fest des Lebens. Inklusive Frühstück.

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Tag 16: Salvador individuell

Der heutige Tag steht zur freien Verfügung. Jeder kann selbst entscheiden, wohin ihn seine  Wege in dieser  temperamentvollen Metropole führen sollen. Wem das gefällt, der kann noch einmal das   lebhafte     Treiben   des Pelourinho Viertels aufsuchen oder man fährt zur Unterstadt und schaut sich im Mercado Modelo um. Auch eine Bootsfahrt auf der Allerheiligenbucht ist möglich. Wer es vorzieht zu relaxen, kann natürlich auch an den Strand  fahren. Divirtam-se! Viel Spaß! Inklusive Frühstück.

Tag 17: Flug nach Rio de Janeiro

Für viele ist Rio de Janeiro Traumstadt und Sinnbild des Schönen an der Guanabara-Bucht. Die Naturlage Rios ist einmalig. Gelegen an einem zerklüfteten Küstengebirge, welches bis zu 1.200 m ansteigt, liegt Rio de Janeiro an einer riesigen Bucht mit dem besten natürlichen Hafen der Welt.

Zahlreiche Granitkegel ragen steil in die Höhe. Die heute bekanntesten sind der Corcovado (710 m, Buckelberg) mit der Christusstatue und der Zuckerhut (396 m) direkt am Eingang zur großen Guanabara-Bucht. Auch von dem einst dicht bewachsenen tropischen Küstenurwald ist mit dem Tejuca-Nationalpark noch ein großer grüner Gebirgsstreifen erhalten geblieben.  Stefan Zweig beschreibt die Stadt mit folgenden Worten: „Hier hat die Natur in einer einmaligen Laune von Verschwendung von den Elementen von landschaftlicher Schönheit alles in einem engen Raum zusammengerückt, was sie sonst sparsam auf ganze Länder verteilt und vereinzelt. Hier ist das Meer, aber Meer in allen seinen Formen und Farben, grün anschäumend an seinem Strand von Copacabana vor der unendlichen Ferne des Atlantischen Ozeans … Es gibt – wer sie einmal gesehen … – keine schönere Stadt auf dieser Erde.“  Wer in diese tropische Kulturhauptstadt reist, reist auch in einen Zirkus des Lebens, läßt sich mitreißen vom Anblick der Strände und der sonnigen Lebensfreude ihrer Bewohner. Und wer unter dem Christus mit seinen ausgebreiteten Armen steht und von dort hinüber blickt zum Zuckerhut, wird sich dem Zauber, trotz zahlreicher Favelas mit ihren Armutsproblemen, nicht entziehen können: Hier hat Gott an seinem Schöpfungstage mit vollen Händen gegeben.

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Als der portugiesische Kapitän André Goncalves am 1. Januar 1502 in diese Bucht einlief, hielt er diese zunächst irrtümlich für einen Fluß und taufte ihn auf den Monatsnamen Rio de Janeiro (Januarfluß). Den Namen des vermeintlichen Flusses übernahm der portugiesische Kapitän Estacio de Sâ, als er die hier bereits ansässigen Franzosen von ihrer Kolonie Franca Antárctica vertrieb und die Stadt am 1. März 1565 als São Sebastião do Rio de Janeiro (Stadt des heiligen Sebastians vom Januarfluß) gründete. Die ersten portugiesischen Siedler bauten ihre Häuser unterhalb des Zuckerhutes (Pâo de Acúcar), wo heute der Stadtteil Urca liegt. Die hier einst lebenden Tupi-Indianer vom Stamm der Tamoio nannten die Fremden – cariocas – „Haus des weißen Mannes“ (cari = weiß, oca = Haus). Bis zum heutigen Tage werden die Einwohner Rios so genannt.

Als im 18. Jahrhundert im Hinterland in dem heutigen Bundesstaat Minas Gerais in großen Mengen Gold und Diamanten gefunden wurden, begann der wirtschaftliche Aufschwung Rios. Deshalb wurde 1763 der Sitz der Kolonialhauptstadt und der Sitz des Vizekönigs von Salvador nach Rio de Janeiro verlegt. Bis 1960 blieb Rio die Hauptstadt des 1889 gegründeten Bundesstaates Brasilien. Rio de Janeiro hat heute 7 Millionen Einwohner und ist einer der 26 Bundesstaaten Brasilia. Im Bundesland Rio de Janeiro leben ca. 12 Millionen Menschen.

Der heutige späte Nachmittag steht zur freien Verfügung. Der Reiseleiter begleitet die Gruppe beim ersten Gang durch Rio und zu den Stränden. Abends empfiehlt es sich, in einem der zahlreihen Strandlokale einen Caipirinha als Aperitif  vor  dem  Essen  zu  nehmen. Saúde! (Prost!). Inklusive Frühstück.

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Tag 18: Stadtbesichtigung Rio de Janeiro

Unsere Stadtbesichtigung führt uns auf Rios Hausberge. Den Gipfel des Corcovados erreichen wir mit einer Zahnradbahn. Dabei gelangen wir während einer Fahrt von etwa 20 Minuten durch einen Teil des Tijuca-Urwaldes. Oben angekommen öffnet sich uns zu Füßen der großen Christusstatue ein faszinierender Blick auf die riesige Bucht von Guanabara mit dem Zuckerhut. Aufgereiht folgen die Stadtteile mit den Stränden von Flamengo, Botafogo, Copacabana, Ipanema und Leblon. Unser Blick schweift über die Hochhäuser des Zentrums und des Hafens bis hinüber zum Maracanâ-Stadion. Segnend breitet  der „weiße Christus“ seine Arme über die Stadt. Diese Statue ist seit 1931 das Wahrzeichen Rios, als die achtunddreißig Meter hohe Erlöserstatue auf dem Corcovado aufgestellt wurde. Kopf und Hände wurden von dem französischen Bildhauer Paul Lewandowsky gestaltet.

Weiter geht es zum Zentrum mit Besichtigung der Candelaria-Kirche und des Sambodroms, wo alljährlich im Februar die Sambaschulen um eine Platzierung während des berühmten Karnevals wetteifern. Hier fahren  wir  auch  durch  das  Musik-  und Künstlerviertel von Lapa, vorbei an seinem Viadukt, über das heutzutage kein Wasser mehr in die Stadt fließt. Dafür aber zuckelt sehr abenteuerlich die einzige Straßenbahn Rios über diese Konstruktion. Vom Maracanâ-Stadion geht es wieder zurück zum Zentrum, wo wir in der  alten ehrwürdigen Confeitaria Colombo eine Pause einlegen, um uns zu stärken. Schließlich geht es zum Zuckerhut, um schon während der Gondelfahrt mit der Seilbahn eine weitere Aussicht auf diese anmutige Stadt zu genießen.

Am Ende unserer Stadttour erwarten uns noch die Weltstrände von Copacabana und Ipanema. Kaum einer der Cariocas weiß, dass der Name des weltberühmten Strandes und gleichnamigen Stadtbezirkes von dem Wallfahrtsort Copacabana am Titicaca-See abgeleitet ist. Dort befindet sich in der großen Wallfahrtskirche die Marienskulptur der „heiligen Jungfrau von Copacabana“. Sie war die Schutzpatronin der Seefahrer und Reisenden. Ein portugiesischer Kapitän geriet 1638 infolge eines Sturmes vor der Küste Brasiliens  in Seenot und wurde auf wundersame Weise gerettet. Er hatte in seiner Lage zuvor inbrünstig gebetet und geschworen, der Madonna von Copacabana am Titicaca-See zu danken, wenn er nur sein Leben behielte. Als er nach überstandener Gefahr dort an Land gelangte, wo sich heute der Weltstrand befindet, ließ er eine Kapelle zu Ehren der heiligen Jungfrau von Copacabana errichten. Längst haben die Cariocas diese Begebenheit mitsamt der Kapelle und der Madonna der Copacabana vom Titicaca-See vergessen. Nur der Name ist geblieben. Den Abend   beschließen  wir  mit einem  zünftigen  Essen in  einer   Churrascaria  bei   Salat-Büffet, diversen Fleischspießen, Caipirinha und Wein. Bom apetite! Inklusive Frühstück und Abendessen.

Tag 19: Tag zur freien Verfügung – abends Rückflug nach Deutschland

Am heutigen Vor- und Nachmittag besteht Zeit und Muße für eigene Erkundungen oder auch nur zum Relaxen am Strand inmitten der Cariocas, die hauptsächlich den Strand bevölkern. Wer Lust hat, kann auch mit einem Schiff von Flamengo eine Hafenrundfahrt unternehmen oder den Botanischen Garten besuchen. Der größte Juwelier der Welt – „Stern“ – lädt gern zu einer kostenlosen Besichtigung seiner Fabrik nach Ipanema ein. Transport und Führung in deutscher Sprache sind ebenfalls kostenlos. Es besteht kein Kaufzwang. Abends Fahrt zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland. Inklusive Frühstück.

Tag 20: Ankunft in Deutschland

Mit vielen Erfahrungen und Fotos reicher kommen wir in die uns gewohnte heimische Gegend zurück. Und wie Goethe schon sagte: „Alles, was dem Reisenden begegnet, läßt Spuren zurück. Alles trägt unmerklich zu seiner Bildung bei.“

Holters Südamerika Rundreise 44

Verlängerungsprogramm

Tag 19: Flug zu den Wasserfällen von Iguazú

Auf Wunsch besteht die Möglichkeit zur Verlängerung der Reise, um die größten und gewaltigsten Wasserfälle der Welt, die Cataratas von Iguazú zu besuchen. Am Vormittag Flug mit TAM nach Foz do Iguazú auf die brasilianische Seite. Nach dem Einchecken im Hotel Fahrt in den Nationalpark. Direkt vor dem Eingang des Parkes befindet sich ein Hubschrauberlandeplatz und ein wunderschöner Vogelpark (Hubschrauberrundflüge über die Fälle kann man nur auf der brasilianischen Seite machen). Ein Besuch des Vogelparkes ist lohnenswert. Der Vogelpark beherbergt riesige Volieren, in die man als Besucher über Türschleusen hineingehen kann, so daß man direkt in Kontakt mit den verschiedenen Tukanen, Pagageien- und anderen Vögeln kommt. Der Park beherbergt aber auch Reptilien wie zum Beispiel Anakondas und Pythonschlangen. Eine besondere Attraktion ist der seltene, größte und nur in Südamerika beheimatete Raubvogel der Erde, die Harpyie. In einer riesigen Voliere läßt sich ein Harpyien-Paar gut beobachten.

Nach Passieren des Nationalparkeinganges erfolgt eine ca. 17 km lange Busfahrt durch den  dichten subtropischen Urwald bis man unterhalb des im Kolonialstil erbauten Hotels Das Cataratas die Fälle erreicht.  Dort angekommen, blickt man fasziniert und staunend frontal auf die Wassermassen,  blickt auf ein Naturschauspiel, das seinesgleichen sucht.   Iguazú ist ein Indianerwort und bedeutet  Großes Wasser. Und groß sind die Fälle in der Tat. Nicht die höchsten Wasserfälle, aber mit seinen hundertfachen Kaskaden doch die breitesten und mächtigsten auf unserer Erde. Genau an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien gelegen, trifft der Iguazú-Fluß aus Brasilien kommend auf eine Basaltkante. Wer es sich merken will: zwischen 4.000 und 26.000  Kubikmeter Wasser pro Sekunde stürzen aufschäumend und unter lautem Getöse in das fast achtzig Meter tiefere Flußbett. Der hier nicht gerodete subtropische Urwald wurde sowohl auf der argentinischen als auch auf der brasilianischen Seite zum Nationalpark erklärt. Nasenbären, Agutis, verschiedene Affenarten, Tukane,  Papageivögel und viele andere Vogelarten, Echsen,  Schlangen und sogar der Puma haben hier ihren Lebensraum. Tausende von Schmetterlingen in allen Farben flattern an dem Besucher vorüber. Aber auch die Flora ist sehr mannigfaltig. Der subtropische Urwald unterscheidet sich rein äußerlich vom tropischen durch kleineren Baumwuchs und dichterem Unterholz. Trotz der Vielzahl an Touristen ist es ein unvergeßliches Erlebnis im Biotop dieser Wasserfälle unterwegs zu sein. Fast achtzig Prozent der Fälle gehören zu Argentinien.

Unter schattigen Urwaldbäumen führt ein etwa ein Kilometer langer Weg direkt entlang der Fälle. Von verschiedenen Sichtschneisen öffnet sich immer wieder ein anderer Panoramablick auf das gewaltige Schauspiel der Kaskaden. Am Ende des Weges wird es dann noch gigantischer und beeindruckender:  Da steht man unterhalb des Garganta del Diablo, des Teufelsrachens. Hier stürzen unter ohrenbetäubendem Getöse die meisten Wassermassen in eine tiefe Schlucht, so dass eine gewaltige Wasserstaubsäule ständig über dieser Schlucht steht.  Am Ende des Weges befindet sich ein Fahrstuhl, mit dem man auf das Niveau der Wasserkante  oberhalb des Rio Iguazú fahren kann. Hier befinden sich Restaurants und Imbißstände für Rast und Labsal. Inklusive Frühstück.

Tag 20: Fahrt zur argentinischen Seite der Fälle

Eine Brücke überspannt am Dreiländereck zwischen Brasilien, Argentinien und Paraguay den Iguazú-Fluß, der genau hier in den Paraná-Fluß mündet. Direkt in der Mitte der Brücke befindet sich die Grenze zwischen Brasilien und Argentinien. Nach Erledigung der Grenzformalitäten geht es auf einer etwa zwanzigminütigen Fahrt zum Eingang des argentinischen Nationalparkes von Iguazú. Hinter dem Eingang des Nationalparkes befindet sich die Station einer kleinen Schmalspurbahn. Da die argentinische Seite der Fälle wesentlich größer ist als die brasilianische Seite, fahren wir mit der Schmalspurbahn inmitten des subtropischen Urwaldes zuerst zum Garganta del Diablo. Von der Endstation der Bahn gelangt man über einen 1000 m langen Steg  direkt bis an den Rand des Teufelsrachens. Fast immer steht eine riesige Wasserstaubsäule über diesem tosenden Inferno. Wieder ist man gebannt und fasziniert beim Anblick dieses gigantischen Naturwunders. Es scheint unmöglich, ein solches Bild in Worte zu fassen. Vom Garganta del Diablo fahren wir mit der Schmalspurbahn bis zu der mittleren Bahnstation. Hier unweit des Sheraton Hotels befinden sich Restaurants und Imbißstände für eine Mittagspause. Von dort geht es zu Fuß zu weiteren Stegen und Kaskaden der Fälle. Auch diese  Kaskaden sind nicht weniger beeindruckend. Wer das Glück hat, diese mächtige Sinfonie der Urkräfte selbst gesehen und erlebt zu haben, wird diesen Augenblick nie wieder vergessen. Kein noch so guter Film, kein noch so kunstvolles Foto kann diese Realität ersetzen. Inklusive Frühstück.

Tag 21: Nachmittags Flug nach Rio de Janeiro. Abends Rückflug über Madrid nach Deutschland

Mit vielen Erfahrungen und Fotos reicher  begeben wir uns auf die Heimreise. Inklusive Frühstück.

Tag 22: Ankunft in Deutschland

Leistungen Brasilien Reisen

Der Reiseleiter Günter Holter verpflichtet sich, die oben genannte Reise gemäß des Reiseprogramms durchzuführen. Die Studienreise umfasst mit An- und Abreise 20 Tage.  Der Reiseleiter stellt sicher, dass alle Reisegäste umfassend über Land und Leute, aktuelle politische Situation, Wirtschaft und Soziales, Geschichte, Naturphänomene wie Klima, Tier- und Pflanzenwelt des Pantanals, des Amazonasbeckens sowie über die Städte Sao Paulo, Brasilia, Manaus, Salvador und Rio de Janeiro informiert werden. Die Reisegäste erhalten vor Antritt der Reise einen Reiseführer, umfangreiches und detailliertes Kartenmaterial einschließlich Stadtplänen und Informationsblätter über Ausrüstung, Klima und Kleidung, Währung und Devisenbestimmungen, Zollvorschriften und Gesundheitshinweise.

Der Vertrag umfasst gemäß Programm folgende Leistungen: Flug mit der Iberia vom Heimatflughafen in Deutschland über Madrid nach Sao Paulo und zurück von Rio de Janeiro in der Economy Class oder nach Wunsch in der Business Class; 6 Inlandsflüge mit TAM in Brasilien (Sao Paulo – Cuiaba, Cuiaba – Brasilia, Brasilia – Manaus, Manaus – Salvador, Salvador – Rio de Janeiro) – alle Flüge in der Economy Class.

Sämtliche Bustransfers vom und zum Flughafen bzw. Busfahrten während der Exkursionen laut Programm; Unterbringung in Doppelzimmern der Hotels in Sao Paulo, Lodge im Pantanal, Brasilia, Lodge am Rio Negro, Manaus, Salvador, Rio de Janeiro; Frühstück, Mittag- und Abendessen laut Programm. Eintrittsgebühren: Butantan Institut, Kathedrale Brasilia, Kirche Dom Bosco Brasilia, Oper u. Villa Waldemar Scholtz in Manaus, Eintritte Kirchen u. Klöster in Salvador, Auffahrt Corcovado (Christus) u. Zuckerhut in Rio de Janeiro. Im Reisepreis eingeschlossen sind Pflichtlocal-Guides.

Hotels

Sao Paulo – Hotel Bourbon 4*
Pantanal – Pousada Baizinha 4*
Brasilia – Hotel St. Paul 4*
Rio Negro – Ariau Amazon Towers Lodge 4*
Manaus – Hotel Tropical Manaus 5*
Salvador – Pousada do Pilar 4*
Rio de Janeiro – Hotel Atlantis Copacabana 3*

Hoteländerungen vorbehalten!

Teilnehmer

Mindestteilnehmerzahl: 6
Maximale Teilnehmerzahl: 16

Termine

05.05.2018 – 24.05. 2018

06.07.2018 – 25.07.2018

Preis

Preis pro Person im Doppelzimmer: 6.900 EUR
Preis für das Einzelzimmer: 7.700 EUR

Änderungen des Reiseprogramms vorbehalten.

Veranstaltungspartner: Holters Südamerika ( hier klicken für die Allgemeinen Geschäftsbedingungen)

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