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Isolados PDF E-Mail

Einsatz für den Schutz noch nicht kontaktierter Indio-Stämme

Ostern 2009 begann Sinnan e.V. offiziell die Zusammenarbeit mit dem Indianerschützer und Ethnologen Sydney Possuelo und dessem instituto brasileiro indigenista (IBI), Brasilien. Mit diesem neuen Engagement setzt Sinnan e.V. sich erstmals für den Schutz noch nicht kontaktierter Indio-Stämme ein, was indirekt auch die Rettung riesiger Waldbestände im Amazonas einschließen kann. Das neue Projekt trägt den Namen „isolados“ – nach der Bezeichnung der Funai für alle noch frei lebenden und zumeist noch nicht entdeckter Stämme. Wichtigstes Merkmal dieses Projektes, das sich hinter die Indianer-Schutz-Expeditionen Sydney Possuelos stellen will, ist die Aussage Possuelos selbst: „Konsequente Isolation unberührter Völker muss gewahrt bleiben.“

In den folgenden Monaten wird Sinnan e.V. an dieser Stelle die Information zu diesem Projekt beständig ausweiten. Wir freuen uns, wenn die Leserinnen und Leser diese Informationen als Aufruf verstehen, sich persönlich als Spender und Förderer diesen Expeditionen anzuschließen, die im dramatischen Kontext von Weltwirtschaft und Politik unternommen werden.

PossueloHero of  the Planet

Sydney Possuelo und sein Einsatz für  „Konsequente Isolation unberührter Völker“

Possuelo, am 19.April 1940 geboren, ist ein brasilianischer Anthropologe und Sertanista (Indianer-Scout). Bereits in den 60er Jahren arbeitete der Pionier der isolierten Indígenas am Xingu-Projekt der Gebrüder Villas Boas mit, dem einstigen ersten Indianerschutzprojekt Brasiliens.

Possuelo gründete schon 1987, in den frühen Zeiten seiner FUNAI – Aktivitäten, eine eigene Abteilung für isoliert lebende Indianervölker. Anfang der neunziger Jahre wurde Possuelo Präsident der staatlichen Indianerbehörde FUNAI und machte aus der korrupten Behörde eine angesehene Institution zum Schutz der Indios. Es gelang ihm in seinem Amt, die Fläche ihrer Schutzgebiete zu verdoppeln und – 1991 – gegen erheblichen Widerstand von Militärs, Politikern und Goldgräbern die Heimat der Yanomami-Indianer im Norden Brasiliens zum Schutzgebiet zu erklären.

Possuelo werden sieben Erstkontakte mit unbekannten Indianervölkern seit den Siebziger Jahren zugeschrieben, zuletzt, 1996, der Stamm der Korubo. Im Rahmen der von FUNAI verfolgten Politik machte er die Indianer anfänglich noch mit der Zivilisation bekannt. Später, als er erkannte, dass eingeschleppte Krankheiten, Goldsucher und Holzfäller die Existenz dieser Stämme bedrohen, revidierte er seine Haltung. Seither tritt Possuelo für die konsequente Isolation der unberührten Völker ein. Seine Arbeit machte ihn in weiten Kreisen unbeliebt - nicht nur bei den Holzfällern, Goldsuchern, oder Minenarbeitern, deren Existenzgrundlage der Raubbau am Regenwald ist, auch von den katholischen Missionaren wird sein Eintreten für jegliche Kontaktvermeidung kritisiert. Weil Possuelo öffentlich Kritik geübt hatte, entließ ihn auch Präsident Lula 2006 aus den staatlichen Diensten.

1998 erhielt er den Bartolomeu de las Casas-Preis und wurde vom Time-Magazin zum Hero of the Planet gewählt. Auf der Webpräsenz der Vereinten Nationen ist er in die Rubrik The Unsung Heroes of Dialogue aufgenommen.

(Fotos: Erling Söderström)