Die letzte Wache des brasilianischen Regenwaldes

Amazonischer Regenwald-Indigene Kulturen-Klimakrise: Diese Unternehmen unterstützen das Sinnan-Projekt Guarda Florestal:

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Sinnan-Projekt Guarda Florestal*Eine Ökonomie für das Leben mit dem Regenwald

Guarda Florestal

Foto: Brücke der drei Generationen am Rio Branco im Reservat der Surui, September-Expedition 2019

„Nur in dem Maße, wie die sogenannte erste Welt bereit ist, neu zu lernen, umzudenken, wird ein Heilungsprozess in anderen Erdteilen möglich sein“. José Lutzenberger (1926-2002 ), ehemaliger brasilianischer Umweltminister

*Das Projekt: Guarda Florestal (GF) heißt aus dem Portugiesischen übersetzt „Waldwache“. Sie bildet eine Art neuer, aus der Gefahrenlage erwachsene Präsenz im Regenwald. Der Fortbestand des bereits um ein Drittel seiner einstigen Größe reduzierte Wald Amazoniens ist nicht nur eine Schicksalsfrage für die indigenen Stämme, sondern liegt ebenfalls im tiefsten Interesse der Industrienationen.

Wird der Zerstörungsprozess nicht aufgehalten, „dann wird es klimatisch nicht nur für Brasilien das Ende sein“, sagte Donatus Nobre, Spezialist für Urwaldökologie am brasilianischen Institut für Weltraumforschung in Sao Paulo kürzlich in einem Interview.

Die indigenen Reservationen sind nahezu identisch mit der Fläche des noch erhaltenen brasilianischen Regenwaldes. Mit anderen Worten verkörpern die noch verbliebenen Stämme in ihren Reservaten – wie auch die Paiter Suruí – damit in ihrer Existenz „die letzte Wache“ für die gesamte Welt.

Das Projekt will strukturell und zielführend die indigene Führung darin unterstützen und bestärken, das Leben in den Dörfern in der Verbundenheit mit dem Urwald zu erhalten (ökonomisch-ökologischer Ansatz), und dieses idealerweise von diesem Standort aus visionär und mit praktischen Projektstufen weiter zu entwickeln (Regenwald-Universität auf dem Pawentiga).

Malorca 02

Foto: links die „Regenwald-Universität“ in der Phase ihrer Restaurierung

Kulturelles Zentrum der Paiter Suruí in Rondônia:
Malocas auf dem Pawentiga, dem „Ort des Kontaktes“. Malocas präsentieren den Schnittpunkt zwischen tausend Jahren traditioneller indianischer Lebensweise und der Zukunft, die jetzt neu bestimmt werden kann mit allen Unterstützern.

Logo Guarda Florestal

Aktionen des Spendenprojektes „Guarda Florestal“

Malorca 011.Regenwald-Konferenz auf dem Pawentiga

Koordination der Aktionen, Vertiefung der Vision
Zeit: Nach Einreisebedingungen des brasilianischen Staates/Konferenzdauer vier Tage
Gesamtkosten: EUR 5000,-

Wie bereits in unserem letzten Online-Flyer angekündigt, haben wir diese Regenwald-Konferenz vor den Beginn aller Aktionen des Projektes angesetzt. Auch wenn die Konferenz wegen der innerbrasilianischen Pandemieverhältnisse bzw der Einreisebestimmungen des Landes momentan einen Aufschub erleiden muss, bleibt sie in ihrer Wichtigkeit für das gesamte Projekt zeitunabhängig gültig.

2. Ausgewähltes Team („Selecao“) als Waldwache

Organisation einer beweglichen Regenwald-Wache der Paiter Suruí in Rondônia
Beginn/Dauer der Aktion: ab sofort spätestens Mitte 2021/ Experiment für 12 Monate
Förderung: 40.000,- Brasilianische Real/ ca EUR 6.500,- (inklusive eines CO² – Aufschlages)

 Paiter Suruí im Reservat Posto de sete de Setembro

Foto: Paiter Suruí im Reservat Posto de sete de Setembro

Mit der Unterstützung der „Waldwachen“ (Guardas da floresta) beteiligen wir uns an der Aufgabe, vorgegebene Klimaziele zu erreichen, wobei wir mit diesem Projekt dafür sorgen, dass eine angemessene Entlohnung für die gefahrvolle Arbeit zum Schutz des Regenwaldes an die richtigen Adressaten gelangt. Der gemeinsame Erfolg von Spendern und der „Selecao“ besteht in der Erhaltung des 250 000 ha großen Urwaldgebietes der Paiter Suruí, der die Grundbedingung für das Überleben der indigenen Kultur und ihrer Identität darstellt, die unauflöslich mit dem Wald verbunden ist.

Die Kosten der „Wald-Wache“ umfassen: • Organisation und Strategie für monatlich mehrmalige Einsätze über ein Jahr, teilweise in Abstimmung mit der polícia federal • „alimentacao“ Proviant für logistische Zusammenkünfte und den Einsatz im Dschungel• Treibstoff für Boote • Material: Werkzeug, Macheten, Zeltbahnen für die Mannschaften auf den Flüssen und im Wald • Angemessene Entschädigung für Mitglieder der selecao , die in der Zeit der „guardas“ andere Pflichten wie die Bearbeitung ihrer Felder oder Pflanzungen in andere Hände übergeben müssen • CO²- Aufschlag als „Prämie Klimabündnis“ in den Fonds der Kooperative Coopaiter.

3. „Aktion Regenzeit“/Ação estação chuvosa

Unser Beitrag für die Paranuss-Sammler des Clan Makôr mit dem Beginn der Regenzeit
Zeit der Aktion: SOFORT ab 20. November 20 – Februar 2021
Förderung: 8.000,- brasilianische Real/ ca EUR 1.400,-
Ziel der Förderung: Ausrüstung der Sammler unter schwieriger Arbeit und gefahrvollen Bedingungen im Urwald.

Mit dem Beginn der Regenzeit …
… beginnt auch das entbehrungsreiche und nicht ungefährliche Leben der Frauen und Männer der Suruí (Clan Makôr), die an der Ernte der Paranuss beteiligt sind. Das Einbringen dieser Waldfrüchte über Monate ist ein überlebenswichtiger Erwerbszweig der Stämme. Allerdings auch ein gefährlicher, denn diese Nuss wächst ausschließlich an den riesigen Paranussbäumen in den Tiefen des Waldes. Es wartet nicht nur die harte Arbeit und das entbehrungsreiche Leben in den Buschcamps während der Regenzeit auf die Sammler, auch Schlangen und Skorpione, lästige und giftige Insekten, und Jaguare, sind eine Gefahr. Neben Macheten, die geschliffen oder neu gekauft werden müssen, weil dieses Langmesser auch das Werkzeug ist, mit dem die Paranüsse aus der steinharten Schale geschlagen werden, ist zur Vorsicht auch die Funktion der Gewehre zu überprüfen; denn unverhofft können nicht nur Raubtiere, sondern auch illegal eindringende Gruppen von Holzfällern oder Diamantensuchern auftauchen.

Am Beispiel des Paranussbaumes kann das komplexe Beziehungsgeflecht des Waldes zwischen Pflanzen und Insekten, im besonderen die Beziehung der Indigenen zu diesem Mato Grosso anschaulich demonstriert werden. Solange diese Nuss geerntet und gehandelt wird – und zwar so, dass die Indigenen menschenwürdig davon leben können – bleibt sowohl der Urwald erhalten als auch die indianische Kultur in ihrer Wächterfunktion (Guarda Florestal).

Jeder der Paranuss-Sammler und -Sammlerinnen erhält von uns einen Betrag von 400 Real für die Vorbereitung des Ernteeinsatzes in den Wäldern (Instandsetzunng oder Beschaffung von Werkzeugen, Ausrüstung und Proviant)

4. Jugend der Suruí ermutigen

Ualatas` Wildfrüchte-Projekt „Frutifera“
Zeit der Aktion: ab Januar 2021
Förderung: 7.500,- Brasilianische Real (als 80%-Zuschuss)/ ca EUR 1.500,-
Ziel der Förderung: Biologischer Anbau und Verkauf von Waldfrüchten. Etablierung „Lebensmittelpunkt Reservate“

Ualatas beim Bau einer provisorischen Brücke über einen Fluss

Foto: Ualatas beim Bau einer provisorischen Brücke über einen Fluss

Ualatas hat als junger Pflanzer bereits eine Vorbildfunktion unter seinen Altersgenossen und den jüngeren in den Dörfern übernommen. Kürzlich legte er uns nun sein selbst kreiertes „Projeto Frutiferas“ mit der Ausweitung seiner Pflanzungen auf der Grundlage biologischen Anbaues vor: die Sorten laranja, acerola, limão, cupuaçu e tangerina sollen nach aufgestelltem Finanzierungsplan hinzukommen (Orangen, Acerola, Zitronen, Cupuaçu und Mandarine/ das Pflanzprojekt liegt uns im Detail vor). Darüber hinaus suchen wir mit ihm nach einer Möglichkeit, den sehr begehrten Wild-Kakao aus dem Wald nach der umweltschonenden Methode „Amazonas 4.0“, sowie Acai zu gewinnen.

Frutiferas ist ein lokales, auf das indigene Leben im Reservat bezogenes Projekt mit Modellcharakter. Mit seinem Gelingen würde nicht allein für Ualatas und sein Haus, sondern auch für die, denen er als Beispiel gilt, Zufriedenheit und Zuversicht für ein Leben im Reservat in gesunder Distanz zu den urbanen Zentren weiterwachsen können.

5. Augusto Caldeira: Rechtsanwalt zwischen den Fronten

Entlastung bei schwerer, verantwortungsvoller Tätigkeit als Anwalt der Indigenen (Kooperative COOPAITER)
Zeit der Aktion: 2021
Unterstützung: EUR 1.500,- Jahresgratifikation

Augusto Caldeira

Der Advokat Augusto Caldeira mit Sitz und Anwaltspraxis in Cacoal/Rondônia ist in diesen äußerst schwierigen Zeiten Brasiliens gegenwärtig unser „wichtigster Mann“ in Rondônia. Wir schätzen uns glücklich, ihn gewonnen zu haben, denn auch die Suruí vertrauem diesem Mann, der sie ( die Vereinigung COOPAITER), seit knapp zwei Jahren bei der Wahrnehmung ihrer Rechte gegenüber Behörden und Staat vertritt.

Wie es unser Projekt eingangs beschreibt, wird ein Engagement für Indigene mit jedem Tag schwieriger in Brasilien. Wir empfinden eine weitere Zusammenarbeit mit den Paiter Suruí, den Ureinwohnern, ohne einen fähigen Rechtsanwalt als nicht mehr möglich. Schon Augusto Caldeira selbst kommt sein Einsatz für die Suruí als „Herzensangelegenheit“ teuer zu stehen. Das betrifft nicht allein, wie bisher, seine hohen privaten Kosten für endlose Autofahrten durch das Land; der zunehmende Widerstand des Staates gegen die Indigenen trifft auch ihn. Verhandlungen mit Politikern werden aufreibender, Anfeindungen häufen sich. Wir haben uns das unentgeltliche ehrenamtliche Engagement dieses Mannes lange genug angesehen und sind nun der Meinung, dass dieses zumindest im Bereich unseres Projektes „Guarda Florestal“ beendet sein sollte.

Aus diesem Grund gehört an den Beginn des Projektes ebenso eine finanzielle Entlastung für den Rechtsanwalt der Coopaiter, mit welcher der größere Teil seiner Reiseauslagen an den Verhandlungsorten gedeckt werden kann.

SUMME SOS-PROJEKT „GF“ GESAMTKOSTEN bis 31.12.2021 EUR 15.900 Empfänger: „clã Makôr Suruí Linha 12“

SPENDENKONTEN
Claus Friese/Sinnan e.V. Umweltbank Nürnberg FÖNIX STIFTUNG für Aufbruch und Wandel
DE14 7603 5000 0000 3655 05 (ohne Spendenquittung)

DE54 5139 0000 0182 1876 07 (wer eine Spendenquittung wünscht, überweist bitte hier)