Engagement des Gemeinnützigen Vereins Sinnan e.V. bei Pawentiga

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Sinnan e.V. am Ort des Kontaktes

Zu Beginn mußte der geeignete Platz gefunden werden für den Bau der Malocas. Alles begann mit diesem Busch-Camp am Fluss Rio Branco. Der Platz mußte hier von einem Stück Urwald befreit werden – wobei auch auf eventuelle Begegnungen mit dem giftigen „Buschmeister“ achtgegeben werden mußte!

Mit der Konstruktion der ersten Maloca wurde eine Kunst-Architektin aus Brasilia beauftragt. Den Aufbau aus Holz, Lehm und Mörtel leisteten Weiße und Indios gemeinsam – das Dach aus den Blättern einer Palmenart konnten später nur die Suruí selbst aufsetzen. Die Spendengelder für sämtliches Material organisierte Sinnan aus Deutschland, Österreich und den USA.

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Ein Transporter, der den Aufbruch der Suruí beflügelt hat!

Mit der Organisation eines Geländefahrzeuges für die Suruí treten wir schon in die spätere Phase des Projektabschnittes ein. 2006 baten wir unsere Spender, bei der Finanzierung eines Transportmittels für die Suruí zu helfen. Für die Teilnahme der Kinder und Jugendlichen aller vier Clans an den traditionellen Kursen in den Malocas wurde ein Geländewagen erforderlich, um sie aus den weitläufigen Gebieten an den zentralen Versammlungsort Pawentiga bringen zu können.

Durch gezielte Intrigen hatten Politiker bereits 2005 die Pro-Indio-Organisation PACA in Cacoal zerschlagen. Diese NGO unter der Leitung der hervorragenden Indianer-Forscherin Maria Barcellos do Carmo hatte von Cacoal aus in zahlreichen Projekten die Geschicke der Indigenen – nicht nur in Rondônia – zum Besseren mit gesteuert, und zwar auch mit dafür notwendigen Geländewagen. Seit der unrechtmäßigen Konfiszierung des Besitzes der PACA traten deshalb nicht nur erhebliche organisatorische Schwierigkeiten, sondern insbesondere neue Abhängigkeiten für die Suruí gegenüber den Behörden auf. Man darf sich nicht wundern, wenn ein besonnener Häuptling wie Anine Suruí   große Hoffnungen in einen simplen Transporter steckte: „Mit nur einem Transportmittel würden wir dem Geist unseres Aufbruches weiterhin Flügel verleihen“.

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Inzwischen ist es gelungen, den wesentlichen Teil für die erforderliche Summe eines geeigneten Geländefahrzeuges (Gebrauchtwagen) aufzubringen, und zwar dank der Zusammenarbeit mit der Schweizer Stiftung MIVA, die überzeugende Projekte weltweit durch Transportmittel unterstützt. 75% des Betrages erhielten wir von dieser Stelle, den Rest konnten die Empfänger selbst aufbringen. Unser Dank und unsere Verbundenheit gilt der MIVA, eine weitere Organisation, die sich, nach dem Einstieg der Gesellschaft für bedrohte Völker in das Projekt „Pawentiga“ 2004, verdient gemacht hat in der Unterstützung für den Weg der Suruí.

Seit Beginn 2009 ist der erhoffte Transporter nun schon unterwegs! Entsprechend fiel der Dank aus, den Anines Sohn, Naraykosar Júlio Suruí für den Clan Makor nach Europa sandte:

„Wir danken Euch, daß Ihr unserem Traum der Befreiung, eng mit dem Projekt „Pawentiga“ verbunden, Glauben schenkt. Wir möchten Euch „Danke“ sagen dafür, daß Ihr wieder einmal eine Unterstützung möglich gemacht habt, sodass die Aktivitäten der Traditionsschule Pawentiga in unserem Reservat fortgesetzt werden können. Der Transporter war eines der fundamentalen fehlenden Notwendigkeiten, um die Arbeiten für „Pawentiga“, unser Lehrhaus für traditionellen Unterricht, fortsetzen zu können. Der Clan Makor empfindet Glück  und Dankbarkeit Euch gegenüber.“ (Naraykosar Júlio Suruí, Cacoal, 05 de fevereiro 2009)